Der Rekordmeister entscheidet das Blau-Weisse Festival für sich

Trotz engagiertem Kampf unterlag der SC Buochs in der 1. Hauptrunde des Helvetia Schweizer Cups dem Super League Vertreter und Rekordmeister Grasshopper Club Zürich mit 0:2. Für die Buochser endet das Cupabenteuer an dieser Stelle, doch unsere Jungs dürfen die Bühne mit erhobenem Haupt verlassen.

Schweizer Cup. Der Traum eines jeden Amateurvereins, welcher sich erst über die Ligaquali oder den regionalen Cup qualifizieren muss. Erst kommt der Jubel über die Qualifikation, dann das gespannte Warten auf die Auslosung, und schliesslich entweder erneuter Jubel über ein Traumlos, oder leichte Ernüchterung über einen Gegner aus einer höheren Liga, gegen den man auf dem Papier wenig Chancen hat, gleichzeitig aber kaum die grosse Masse an Fans ins eigene Stadion lockt. Der SC Buochs hat diesmal eines jener handvoll Traumlose gezogen, um das ihn andere Vereine beneiden. Klar, die lokalen Fans eines FC Basel, FC Zürich, FC Luzern oder YB hätten gern ein anderes Los erhalten. Aber mit GC durften wir wohl einen der fünf populärsten Fussballclubs des Landes auf dem Seefeld begrüssen. Ein grosser Name mit einer ruhmreichen Vergangenheit, der sich immerhin noch Rekordmeister und Rekordcupsieger nennen darf.

Um dieses Duell zweier Teams welche blau und weiss ihre Clubfarben nennen mit der angebrachten Seriosität zu organisieren, stand OK Chef Ernst von Büren ein Kernteam von rund 20 Kollegen und Total rund 180 Mitarbeitern und Helfern zur Verfügung. Es stand also praktisch jedes vierte Clubmitglied in irgendeiner Funktion für dieses Grossereignis im Einsatz. An dieser Stelle gebührt Ernst ein riesengrosser Dank für die schnörkellose, zügige Organisation, und allen Helfern ein grosser Dank für ihren Einsatz. Die „Ernte“ dieses Einsatzes konnte man aus den freudigen Augen der 1600 Zuschauern lesen, welche schliesslich dem Spiel beiwohnten.

Aufgrund des erwarteten Zuschauerandrangs beschloss man, neben der Haupttribüne badiseitig eine temporäre Zusatztribüne mit rund 300 Sitzplätzen zu erstellen. Für die zu erwartenden GC Fans wurde seeseitig rund ein Drittel der Längsseite separiert, mit eigenem Cateringstand und, als besonderes Zückerchen, eigenem Seezugang! Die GC Fans hatten ihre wahre Freude daran, und verdankten es uns mit ihrem fairen und sportlichen Auftritt, ohne da und dort allenfalls befürchteten Randalen. Die Hoppers überzeugten durch ihre pro-GC Gesänge, ohne müssige anti-Buochs Gesänge ausgraben zu müssen. War auch nicht nötig. Respekt geht an die mitgereisten Zürcher Fans.

Nachdem es am ersten Cuptag keine einzige Sensation zu verzeichnen gab (YB konnte sich gerade noch in extremis in der Verlängerung gegen unseren Gruppengegner Biel knapp durchsetzen – und war wohl froh nicht bereits in der 1. Runde auf den Angstgegner Buochs zu treffen), wagten wohl auch die kühnsten Optimisten nicht mehr gross an eine weitere Cupsensation in Buochs zu glauben. Die Erinnerungen an den historischen Sieg gegen YB an gleicher Stelle vor vier Jahren ist den meisten noch sehr präsent. Der diesjährige Gegner Grasshoppers startete alles andere als optimal in die Meisterschaft. Aus bislang vier gespielten Meisterschaftsrunden (mit einem zugegebenermassen happigen Startprogramm) schaute gerade mal ein mickriges Pünktchen heraus… und streng genommen erst noch durch gütige Beihilfe des Schiedsrichters dank eines Fehlentscheids in der 95. Minute. So grüsst der Rekordchampion aktuell als Tabellenletzter der Super League, wogegen der SC Buochs einen durchschnittlichen Start mit einem Auswärtssieg und einer Heimniederlage hinlegte. Sollte dies dennoch ausreichen, gegen einen womöglich verunsicherten Gegner die Sensation zu schaffen? Ein frühes Tor, sei es durch Lembi wie gegen YB oder sonst einem Buochser Crack, könnte möglicherweise das Konzept der Profis etwas durcheinander bringen. Hinten lange dicht halten, und gezielte Offensivattacken fahren, von denen Capitano Lambert, Edeltechniker Tanushaj, Rakete Gjidoda oder Regisseur Sousa Miranda mal eine hinter Matic im Tor der Hoppers versenken würden. Davon träumten die grossmehrheitlich dem Aufruf, in blau-weissen Kleidern zu erscheinen, folgenden Buochs Fans. Wie sich letztlich herausstellen sollte, blieb es beim Tagtraum.

Während der Champions League erfahrene Buochser Trainer Selver Hodzic praktisch aus dem vollen Spielerreservoir schöpfen konnte, vermisste man auf Seiten der Grasshoppers doch einige klangvolle Namen. Standardcaptain Rúnar Már Sigurjónsson reiste gar nicht erst nach Buochs. Er kennt wohl idyllische Plätzchen in Island zur Genüge ;) Stammkräfte wie Lindner, Holzhauser, Bahoui, Doumbia oder Sukacev wurden von Trainer Thorsten Fink erstmal auf der Bank geschont; Basic, Djuricin, Lavanchy, Tarashaj, Pickel und Lika fehlten allesamt verletzungsbedingt. Dafür durfte Neuzugang Aimery Pinga, unter der Woche von Sion verpflichtet, gleich zu Beginn ran. Und wie sie halt so lauten, die Geschichten die das Leben schreibt, war es ausgerechnet Pinga vergönnt, seine Farben nach gut einer halben Stunde auf Querpass von Bajrami in Führung zu bringen. Historisches (auf die Saison 2018/19 bezogen) auf dem Seefeld zu Buochs: das erste Mal in der neuen Saison dass der Rekordmeister in einem Pflichtspiel in Führung ging! Buochs konnte sich kaum wirklich in Szene setzen. Defensiv stand man solid und gewährte auch dem Gast nicht allzuviele Abschlusschancen, aber offensiv sah die weisse Welle kaum Land. Der robuste Nathan, selber erst vor Kurzem zu den Stadtzürchern gestossen, dirigierte die Verteidigung souverän und eisenhart. Erst Sekunden vor dem Pausentee blitzte bei Buochs ein Hauch von Genialität auf: Lambert tankte sich bis zur Grundlinie durch, überlistete mittels Absatztrick (Ferserl für unsere österreichischen Kollegen Lindner, Holzhauser und Djuricin) seinen Gegenspieler Zesiger und legte den Ball Tanushaj ideal in den Lauf. Sein Abschluss war aber etwas zu überhastet und flog aus kurzer Distanz neben das Tor.

Was immer Selver Hodzic seinen Mannen in der Pausenansprache auch eintrichterte, der Plan missriet. Die Partie war kaum wieder aufgenommen worden, schon jubelten die Blau-Weissen vom Hardturm erneut. (ja, ich weiss, auf dem Hardturm steht derzeit noch kein Stadion, aber dennoch ist das die spirituelle Heimat der Heugümper.) Pusic tankte sich parallel zur Strafraumgrenze durch und setzte zu einem wuchtigen Abschluss an. Dieser wurde von Guidotti zwar sauber abgeblockt, sodass er keine Gefahr für Hönger wurde, aber zu allem Unglück flog er dem seitlich mitgelaufenen Jeffrén vor die Füsse, welcher aus spitzem Winkel dem Buochser Schlussmann keine Chance liess. Kein zwingendes Tor, aber dennoch sauber abgeschlossen. Der Moment war natürlich sehr unglücklich für die Platzherren, welche in der Folge oftmals dem galanten Kombinationsspiel der Profis hinterher rannten und sich bei Aaron Hönger bedanken durften, dass das Spiel nicht schon eher für die Zürcher entschieden war. Hönger konnte sich durch etliche Paraden auszeichnen und brachte so die Hoppers an den Rand der Verzweiflung. Ein einziges Mal musste sich unser Schlussmann noch geschlagen geben. Auf einen Knaller Pusics hatte er keine Antwort parat, doch Kollega Querlatte sprang in dieser Szene in die Bresche und verweigerte dem jungen Talent, dem ein zweiter Shaqiri nachgesagt wird, den Torerfolg. Die Buochser Fans hofften bis zuletzt auf einen Ehrentreffer der eigenen Mannschaft, und die Hodzic-Elf versuchte effektiv bis zum Schluss, wenigstens diesen einen Treffer noch zu landen und die Grasshoppers so lange wie möglich zittern zu lassen. Eine herrliche Chance bot sich dem eingewechselten Bühler, welcher auf einen von Zesiger ungenügend abgewehrten Ball schnell reagierte und postwendend den Ball Richtung Tor jagte. Nur um Haaresbreite pfiff das Geschoss am entfernten Pfosten vorbei ins Aus. Die allerletzte Aktion des Spiels brachte den Ball schliesslich doch noch ins Tor, doch die Anerkennung blieb aufgrund eines Stürmerfouls aus.

So musste sich der SC Buochs schliesslich den um drei Ligen höher spielenden Grasshoppers geschlagen geben, allerdings konnten sie das Spielfeld gebührend mit erhobenem Haupte verlassen. „Nur“ 0:2 verloren darf in Buochs durchaus als Ehrenmeldung verzeichnet werden. Nach einer guten Startphase sich etwas zurück fallen gelassen und zwei Tore kassiert, ehe man in der Schlussphase noch den Ehrentreffer gesucht hat. Über das gesamte Spiel gesehen hat aber zweifelsfrei die richtige Mannschaft verdient den Sieg geholt, dies musste schliesslich auch Captain Lambert sportlich und neidlos anerkennen. Das spielerische und technische Potential der Grasshoppers ist zweifellos vorhanden, warum dies allerdings nicht richtig in Zählbares umgewandelt werden kann ist etwas rätselhaft. Allzuviele Aufschlüsse dürfte dieses Spiel Trainer Fink dennoch nicht gegeben haben, werden wir wohl kaum diese Startelf in der Meisterschaft nochmals so sehen.

Das Cupkapitel ist für Buochs für diese Saison nun vorbei. 1600 Zaungäste, sowohl Buochs wie GC Fans, durften zufrieden nach Hause gehen. Ob der Verein schliesslich den Anlass auch als (finanziellen) Erfolg wird verbuchen können bleibt abzuwarten. Denn trotz Friede Freude Eierkuchen und einem fairen Sportevent ist ein solcher Anlass auch stets mit hohen Kosten verbunden. Die Vereinsmitglieder warten diesbezüglich gespannt Herbert Genharts Schlussfazit ab. Zu wünschen wäre es dem Verein und den 180 treuen Helfern allemal! Hopp Buochs!

 

Das Highlight Video von Helvetia Schweizer Cup findet ihr hier: LINK

 

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Matchtelegramm:

SC Buochs - Grasshopper Club Zürich 0:2 (0:1)

Seefeld - 1600 Zuschauer - SR: Jaccottet

Tore: 32. Pinga 0:1, 48. Jeffrén 0:2

Buochs: Hönger; Kadrija, Guidotti, Diethelm, Frank (62. T. Nickel); F. Nickel, Stojanov (46. Haxhimurati); Gjidoda (80. Bühler), Sousa Miranda, Tanushaj; Lambert

GC: Matic; Cvetkovic, Nathan, Zesiger, Rhyner; Bajrami; Pusic, Jeffrén (80. Kamber), Taipi, Andersen; Pinga (71. Bahoui)

Bemerkungen: Buochs ohne Gabriel, Zimmermann (beide verletzt), Da Costa (abwesend). GC ohne Basic, Djuricin, Lavanchy, Tarashaj, Pickel, Lika, Arigoni (alle verletzt), Sigurjonsson (nicht im Aufgebot). Lattenschuss Pusic (79.)

Montag, 20.08.2018 – Giampi

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