Torfeuerwerk auf dem Seefeld - Buochs entscheidet Derby gegen Goldau für sich

Im Nachbarschaftsduell gegen den SC Goldau wollte der SC Buochs die Scharte aus dem Muttenz-Spiel auswetzen, und schickte die Tierpark-Elf gleich mit 6:3 wieder nach Hause

Nach dem etwas blutleeren Auftritt in Muttenz am vergangenen Samstag musste der SC Buochs im wichtigen Spiel gegen den punktgleichen SC Goldau - beide Teams nur knapp über dem Relegationsstrich klassiert - eine Reaktion zeigen, um nicht eine ungemütliche Schlussphase der Herbstrunde zu erleben. Das Wetter spielte hervorragend mit: während sich über dem Grossteil der Schweiz Wolken und Niederschlag breit machte, zog Goalie Epp etwas Föhn aus dem Ürnerland mit nach Buochs, sodass das Spiel bei warmen 17 Grad (zumindest zum Anpfiff) über die Bühne gehen konnte. So wohnte diesem Urschweizer Derby denn auch eine stattliche Besucherzahl bei.

Leider konnten die Teams nicht ganz verbergen, weshalb es in dieser Saison bislang noch nicht richtig rund läuft. Offensiv gibt es noch einige Luft nach oben, und defensiv brachten einige mangelhafte Ballzuspiele oder -beherrschungen die eigene Mannschaft ungezwungen in Bedrängnis. Nach 20 Minuten konnte auf der Seeseite der Goldauer Nicholas Walker seinem Gegenpart entwischen, sein Querpass fand zentral im Strafraum den freistehenden Truttmann, der den Ball nur noch über Epp chippen musste ums in leere To....NEIN, eben nicht! Guidotti warf sich wie ein Winkelried auf der Torlinie in den Schuss und konnte keine Sekunde zu früh den Ball für seinen geschlagenen Torwart befreien. Puh, das war knapp! Eine Viertelstunde später stand dann aber selbst der Tessiner Abwehrrecke auf verlorenem Posten, als Goldau erneut einen Angriff über die rechte Seite lancierte, den Ball wiederum präzeys zur Mitte spielte wo diesmal Suter goldrichtig stand, um den Ball an Epp vorbei zum 0:1 ins Tor zu spitzeln. Beinahe hätte der SCB noch vor der Pause auf diesen Rückstand reagieren können, doch Würmlis wuchtiger Kopfball wurde von Goalie Steinegger noch in extremis an die Latte und ins Aus befördert. Somit blieb es bis zur Pause beim aus Buochser Sicht enttäuschenden 0:1. Einmal mehr eine Halbzeit in welcher nicht viel Erbauendes zu sehen war.

Offenbar fand Coach Heitzmann in der Pausenandacht die richtigen Worte die er seiner Elf widmete. Seine Elf die unmittelbar zum Anpfiff bereits auf eine Dreizehn gewachsen war. Nicht dass Buochs nun mit dreizehn Mann spielen konnte, weil zuhause, und in Rückstand, und über 300 Zuschauer, und die schöne Sicht auf den See, oder dem kondizionierenden Terrain. Nein, natürlich spielte Buochs auch weiterhin mit ef Spielern, doch mit Bühler und Abaidia für den angeschlagenen Frank und Gabriel kamen eben bereits die Nummern 12 und 13 zum Einsatz. Und wie sich das auswirkte! Bereits nach 3 Minuten kam Bühler im Strafraum zum Ball und setzte zu einem Weitschuss an, der zur Freude der Katze (und den Buochser Fans) kurz darauf im Netz zappelte. Ausgleich! Auftakt nach Mass! Nun sollte es nur so weitergehen... und das tat es auch! Was auch immer den Spielern in den Pausentee beigegeben wurde, davon sollte unbedingt ein Kanister mit nach Bassecourt nächstes Wochenende.
53. Minute: Zuspiel auf Würmli in den Strafraum, Abschluss in den Torhimmel, 2:1
57. Minute: erneuter Querpass von rechts vors Tor von Epp, erneut steht Suter goldrichtig vor dem Tor und trifft zum 2:2
60. Minute: Epp lässt einen Weitschuss Simonis unglücklich seitlich nach vorne abprallen, direkt vor die Füsse Truttmanns der sich artig bedankte und den Ball aus spitzem Winkel zum 2:3 in die Maschen haute. War damit der Elan der Buochser bereits wieder gebrochen, welche die 2. Halbzeit so schwungvoll in Angriff nahmen? Mitnichten! Sie liessen den Medienberichterstattern kaum Zeit, die Torszenen richtig niederzuschreiben, schon klotterte es wieder.
62. Minute: Abaidia setzt ausserhalb des Strafraums zu einem kräftigen Weitschuss an, der Ball wird noch leicht abgefälscht und landet spektakulär unter der Torumrandung im Netz zum erneuten Ausgleich, 3:3
64. Minute: Guidotti taucht im Strafraum auf und wird zu Fall gebracht. Der Gefoulte setzte sich den Ball gleich selbst zurecht und verwandelte stilsicher zur erneuten Führung der Buochser, 4:3
Ob diese Führung nun länger halten würde? Oder würde das Spiel ein weiteres Mal auf den Kopf gestellt werden? Erneut brauchten die Zuschauer nicht lange zu warten um auch darauf eine Antwort zu erhalten.
71. Minute: Lambert setzt aus rund 20m zum Weitschuss an, der Ball fliegt an Freund und Feind im Strafraum vorbei an den rechten Pfosten und von dort ins Tor, 5:3
Als das Spiel in die letzten 10 Minuten einbog, getraute man sich auf Buochser Seite so langsam auf den Erfolg zu freuen. Eine kuriose Szene in Minute 82 hielt für einen Augenblick den Fans den Atem an. Bühler setzte sich im Strafraum gewandt gegen seinen Gegenspieler durch und kam zu Fall. Schiri Jerkic pfiff sofort und lief mit gezückter gelber Karte auf die Situation zu. Was war los? Taxierte er Jerome's Flug als zu aufgesetzt und verwarnte er ihn wegen einer Schwalbe die im Oktober noch keinen Frühling macht? Spieler in weisser (Buochs) und gelber (Goldau) Montur zogen allesamt Richtung Mittellinie los, als Jerkic kurz seinen wedelnden Linesman konsultierte und hernach auf Penalty entschied. Die gelbe Karte schien somit effektiv ein Goldauer wegen Fouls erhalten zu haben. So ganz eindeutig war dies aus der Ferne und erhöht nicht erkennbar. Sei es drum, Sousa Miranda setzte sich den Ball zurecht und verlud Steinegger gekonnt in die falsche Ecke; und mit dem 6:3 waren alle Zweifel endgültig verblasen. Ein unglaubliches Spiel fand hernach bald sein Ende. Buochs siegte spektakulär mit 6:3, mit einem derart torreichen Spiel das seinesgleichen sucht. Jedenfalls in der jüngeren Vergangenheit scheint es kein (offizielles!) Spiel gegeben zu haben welches eine noch grössere Tormanna offenbarte. 8 der 9 Tore fielen alleine in Halbzeit zwei, oder noch präziser innert 35 Minuten. Wahnsinn! Die Zuschauer hatten sichtlich ihren Spass am Gebotenen (die handvoll Goldauer Fans etwas weniger). Die beiden Coaches dürften ob der jeweiligen Defensivleistung ihrer Teams das eine oder andere graue Haar mehr erhalten haben. Tore im 2 Minuten Takt hüben wie drüben, da stimmt doch etwas mit der Konzentration und der taktischen Disziplin nicht richtig. Auf Buochser Seite kann man ein etwas einfacheres Fazit ziehen: 6 Tore geschossen, zwar deren drei erhalten, dafür auch drei wichtige Punkte eingefahren.
Wie bereits angetönt fährt der SC Buochs am kommenden Sonntag in den Jura, wo es beim FC Bassecourt bestimmt nicht einfacher wird. Die Jurassier haben einen ganz passablen Start in die Saison hingelegt und liegen nach dem heutigen Remis in Luzern auf dem 9. Rang. Mit einem Vollerfolg könnte Buochs die Gelb-Schwarzen allerdings wieder einholen. Sollte also Motivation genug sein, um auch in der Ferne den mitreisenden Fans etwas Spektakel zu bieten. Dass sie es drauf haben konnte man heute wieder eindrücklich sehen. Hopp Buochs!


Spieltelegramm:

SC Buochs - SC Goldau 6:3 (0:1)

Seefeld - 350 Zuschauer - SR: Jerkic

Tore: 35. Suter 0:1, 48. Bühler 1:1, 53. Würmli 2:1, 57. Suter 2:2, 60. Truttmann 2:3, 62. Abaidia 3:3, 65. Guidotti 4:3 (Foulpen.), 71. Lambert 5:3, 82. Sousa Miranda 6:3 (Foulpen.)

Buochs: Epp; Gabriel (46. Bühler), Guidotti, Frank (46. Abaidia), T. Nickel; Di Michelangeli, Sousa Miranda; Kqira, Lambert (83. Kadrija), Würmli; Niederberger (66. Marku)

Goldau: Steinegger; D. Zeka, Keller (77. Ulrich), Zumbühl, Simoni; T. Walker (82. S. Zeka), Bosshart (66. Lafferma), Reichmuth (90. Schelbert), N. Walker; Truttmann, Suter

Bemerkungen: Buochs ohne Trajkovik, Barmettler, Gjidoda, Tanushaj (alle verletzt), Zimmermann (Ausland), F. Nickel (gesperrt)

Samstag, 19.10.2019 – Giampi

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