Zu spät erwacht, Schötz nimmt alle Punkte mit

Nach dem gelungenen Auftakt in Basel folgte nun eine misslungene Hauptprobe für das Cupspiel. Gegen Schötz nahm man das Heft zu spät in die Hand, um noch was Zählbares hier behalten zu können

Der Fussball hat uns wieder. Und die Startphase präsentiert sich äusserst interessant. Gleich zum Debüt gab es das Auswärtsspiel beim Promotion League Absteiger Old Boys Basel, welches glatt mit 0:2 gewonnen werden konnte. Nun stand das erste Heimspiel an; ein Innerschweizer Derby gegen den FC Schötz. Und nächstes Wochenende folgt der grösste Leckerbissen, das Cupspiel der 1. Hauptrunde, auf dem Seefeld zu Buochs, der Rekordmeister, der Rekordcupsieger: der Grasshopper Club Zürich! Doch dazu dann in einer Woche…

Heute also das Derby. Bei wunderbarem Sommerwetter, kein Regen in Sicht, dafür wie eh eine wunderbare Sicht auf den schönsten See der Schweiz.
 Der SC Buochs zeigte auf einigen Positionen neue Gesichter: im Tor hievte sich Aaron Hönger von der Nummer 2 zum Stammkeeper, dies nach dem Abgang Sam Blättler’s zum SC Cham. Ardit Kadrija in der Aussenverteidigung, Joel Sousa Miranda im defensiven Mittelfeld sowie die in Halbzeit zwei eingewechselten Goran Stojanov und Arbias Binaku konnten sich heute schon mal dem Heimpublikum präsentieren. Auf die Heimdebüts Noah Schnarwilers (Torhüter) sowie Sandro Zimmermann im Sturm müssen wir uns noch etwas gedulden.

Das Spiel begann gemächlich. Sehr gemächlich. Wenig Aufregendes. Eher so plätschernd. Und dann plötzlich, aus dem Nichts, nach einer guten Viertelstunde, Wumm, knallt Sousa Miranda den Ball von der Strafraumgrenze an die Latte, den Abpraller konnte der ideal stehende Bühler jedoch per Kopf nicht im Tor unterbringen sondern lancierte den gut hinter dem Tor postierten Balljungen. Die einzig nennenswerte Aktion der orangen Gäste hingegen war ungleich mehr von Erfolg gekrönt. Einen Abspielfehler im Aufbau der Buochser nutzten die Schötzer zu einem blitzschnellen Konter. Auf halbrechts wurde Aziri ideal in die Tiefe geschickt, seinen Sprint gen Tor konnte kein Buochser Verteidiger mehr unterbinden, und sein flacher Abschluss düpierte schliesslich auch den ex-Schötzer Hönger im Tor der Buochser. Mit dieser Führung ging es auch in die Pause, denn wirklich Nennenswertes bot sich den 170 Kiebitzen nicht mehr.

Gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit vollzog Hodzic zwei Wechsel, um etwas mehr Pfupf in die Angriffsbemühungen zu bringen. Solche taktischen Überlegungen fallen ab dieser Saison noch etwas leichter, da in der 1. Liga neu viermal ein Spielerwechsel vollzogen werden kann. Doch auch die Hereinnahme von Tanushaj und Stojanov brachte unmittelbar nichts Zählbares. Buochs hatte Mühe sich vor dem Schötzer Gehäuse in Position zu bringen. Auch wenn man optisch ein Übergewicht in Sachen Ballbesitz erreichen konnte, fehlte oft der letzte präzise Pass um einen Mitspieler in aussichtsreiche Position zu bringen. So durften erneut die Gäste die nächste Grosschance verzeichnen. In der 67. Minute zwang Koch mit einem Knaller Hönger zu einer Riesenparade; der Buochser Schlussmann bestand die Prüfung grandios. Und so langsam besannen sich die Buochser auf ihre Tugenden, und dass man ein Spiel auch noch in der Schlussphase entscheiden kann. Ihr Spiel wurde ansehnlicher, die Kombinationen genauer und Stadelmann im Kasten der Schötzer nervöser. Minute 71, Gjidoda suchte den Abschluss, und traf die Latte! Praktisch im Gegenzug zirkelte sich Schötz in den Buochser Strafraum, ein Prellball blieb in den Füssen der orangen Spieler, ein präziser Querpass vors Tor, Hönger der den Ball verpasst, und Pekas der zentral vor dem Gehäuse den Ball irgendwie über die Torlinie stolpert. Bitter für Buochs, das nach langer Passivität so langsam an Dominanz gewann, und dennoch diesen Nackenschlag kassieren musste. Und es schien noch schlimmer zu kommen. Fabian Nickel ging ein wenig zu aggressiv in einen Zweikampf im eigenen Strafraum, sein Kontrahent liess sich nicht zweimal bitten und hob ab. Schiri Bosnic zögerte keinen Augenblick und zeigte auf den Punkt. Koch, der 10 Minuten zuvor Hönger zu einer Riesenparade zwang, legte sich den Ball zurecht und wollte es diesmal besser machen. Doch auch Hönger konnte noch besser. Den tief getretenen Strafstoss hielt unser Bollwerk fest. Nicht nach vorne oder zum Corner abgewehrt, nein, gehalten! Ball, hier bist du, hier bleibst du!
Diese Grosstat gab den eigenen Farben nochmals einen Schub, und es dauerte bloss vier Minuten ehe die Einheimischen nochmals jubeln konnten. Diesmal nicht wegen einer Glanzparade des eigenen Torwarts, sondern mit der Chatz zusammen den Anschlusstreffer. Eine Angriffswelle rollte zu Lambert, der schnell den am Strafraum postierten Gjidoda freispielte. Dieser machte eine schnelle Drehung zum Tor und versenkte den Ball eben dort drin zum 1:2. Doch auch wenn danach noch genug Zeit verblieb, die ultimative Chance zum Ausgleich kam nicht mehr. Schötz obsiegte knapp in einem mittelmässigen Spiel, das über lange Zeit kaum Torchancen bot, und auch sonst nicht als spielerisches Highlight in die Annalen eingehen wird. Für Buochs dennoch ärgerlich dass keine Punkte auf dem Seefeld geblieben sind, denn wirklich schlechter war die Hodzic-Elf an diesem Nachmittag nicht. Sie fing lediglich etwas später als der Gegner mit Fussball spielen an.

Am nächsten Wochenende folgt nun die Kirsche auf der Torte. Das Cupspiel gegen GC. Ein blau-weisses Festival. Erwartet werden dann etwas mehr Zuschauer als die 170 von heute. Die Zusatztribüne für gut 300 Zuschauer nimmt Formen an, die Haupttribüne gilt seit einer Woche als ausverkauft, und aus Zürich und Umgebung werden auch einige Fans erwartet. Der Rahmen ist würdig, die Ambiance wird es hoffentlich auch: sämtliche Fans werden gebeten, in blau oder weiss oder blau-weiss zu erscheinen.
Bleibt zu hoffen dass unsere Spieler von Anpfiff an bereit sein werden. Denn ihnen stehen dann Profispieler gegenüber. Zwar verlief der Saisonstart der Zürcher alles andere als optimal, und erst heute, im 4. Saisonspiel, konnte der erste Punkt eingefahren werden. Doch im Unterschied zu Buochs konnte GC heute eben einen 0:2 Rückstand in extremis noch zu einem Remis biegen, was unserer Truppe knapp nicht gelungen ist. Vorteil GC? Die Antwort folgt in einer Woche auf dem Seefeld! Wer diesen Leckerbissen verpasst, ist selber schuld und muss sich dereinst gegenüber seinen Enkeln rechtfertigen. Wir haben euch gewarnt! ;) Hopp Buochs!

 

Matchtelegramm:

SC Buochs – FC Schötz 1:2 (0:1)

Seefeld – 170 Zuschauer – SR: Bosnic

Tore: 34. Aziri 0:1, 72. Pekas 0:2, 80. Gjidoda 1:2

Buochs: Hönger; Kadrija, Guidotti, Diethelm, Frank (46. Stojanov); F. Nickel (88. T. Nickel), Sousa Miranda; Bühler (80. Binaku), Lambert, Haxhimurati (46. Tanushaj); Gjidoda

Schötz: Stadelmann; Allou, Fischer, Huber, Skeraj; Zobrist (75. Rapelli), Stephan (84. Zenger), Sinanovic; Pekas; Aziri, Koch (91. Frey)

Bemerkungen: Buochs ohne Gabriel, Zimmermann, Trajkovik, Unternährer (alle verletzt), Da Costa (abwesend). Schötz ohne Nikmengaj (verletzt) und Boussaha (abwesend). Lattentreffer Sousa Miranda (16.) und Gjidoda (71.). Hönger hält Foulpenalty von Koch (76.)
 

Sonntag, 12.08.2018 – Giampi

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